Eine neue Ära: Headhunter im Umbruch

Gerade für Fach- und Führungskräfte setzen viele Schweizer Unternehmen auf Headhunter. Häufig fehlt es an ausreichend qualifizierten Kandidaten, sie verfügen nicht über die notwendige Erfahrung oder sind bereits bei einer anderen Firma unter Vertrag. Wo Recruiter an ihre Grenzen stossen oder Kosten gespart werden sollen, beauftragten betroffene Unternehmen kurzerhand einen Personalvermittler.

Dieser soll anschliessend einen oder mehrere passende Kandidaten ausfindig machen, gegebenenfalls von der Konkurrenz abwerben oder für die vakante Stelle begeistern. Bislang war das in der Regel die Aufgabe von Personalvermittlungsagenturen oder wenigen einzelnen Privatvermittlern. Das Geschäftsmodell war simpel: Ein neuer Arbeitsvertrag bedeutete eine Provision für den Headhunter und dadurch eine Win-Win-Situation.

Doch mittlerweile befindet sich der Arbeitsmarkt im Wandel und mit ihm auch die Personalvermittlungsbranche.
Schuld daran ist in erster Linie die Digitalisierung. Bewerbungsprozesse wandern immer mehr auf digitale Kanäle ab. Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung. Und plötzlich sind neue Geschäftsmodelle denkbar, welche das Zusammenfinden von Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinfachen sollen.

In der Regel handelt es sich dabei um verschiedene digitale Plattformen, seien sie in Form einer Jobbörse, einer Social Media Plattform oder in gänzlich innovativer Gestalt. Klassische Personalvermittlungsagenturen dürfen diese Entwicklung nicht verpassen, wenn sie auch in Zukunft noch auf dem Markt bestehen möchten. Das Leben schwer machen ihnen vor allem zahlreiche Startups. Von diesen wird sich auf lange Sicht zwar nur ein Bruchteil halten können, doch der Druck auf die Branche ist enorm. Wie also wird sie aussehen, diese neue Ära der Headhunter?
In welche Richtung wird die Zukunft der Personalvermittlung gehen?

Früher fand Headhunting noch in erster Linie via Telefon statt. Die Agenturen verfügten in der Regel über eine umfassende Kartei, die zum Beispiel durch Empfehlungen oder Initiativbewerbungen zustande kam. Wurde eine Fach- oder Führungskraft gesucht, wurde also erst einmal in den eigenen Unterlagen geblättert. Wer nicht fündig wurde, griff anschliessend zum Telefonhörer und klingelte sämtliche denkbare Anlaufstellen durch, an welchen ein passender Kandidat erreichbar sein könnte.

Mit der Entwicklung des Internets und vor allem der sozialen Netzwerke, wurde diese Aufgabe bereits deutlich vereinfacht. Passende Kandidaten via Stichwortsuche zu finden und anschliessend mit der Offerte zu kontaktieren, war im World Wide Web einfacher als je zuvor. Doch plötzlich drängte die Konkurrenz auf den Markt: Vermittlungsplattformen, die quasi vollautomatisiert Bewerber und Unternehmen zusammenführen und dabei oftmals ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.

Für klassische Headhunter – sei es ein Privatvermittler oder eine Agentur – bleiben zukünftig daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie heben sich durch spezielle Services von der Konkurrenz ab und überzeugen ihre Kunden dadurch von der klassischen Personalvermittlung oder sie gehen mit der Zeit und digitalisieren ihre Prozesse. Das Fazit scheint also klar: Die Revolution lässt sich nicht mehr aufhalten und sie wird viele Headhunter sprichwörtlich den Kopf kosten.

Beitrag zitiert von myjobs.ch – Hier geht’s zum Originalartikel

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